Unterwasserschiff

Das Problem

Das Unterwasserschiff stellt wohl den am stärksten beanspruchten Bereich des Schiffes dar.

 

Unter normalen Umständen befindet sich ein Schiff mindestens 6 Monate dauerhaft im Wasser getaucht. Bewuchs, Schleim, Muscheln, Kalk usw. setzen sich fest. Dies nagt zuerst am Antifouling und später auch an der Substanz. Schon der erste Anschliff für das Antifouling stellt einen Stress für das Gelcoat dar, das in seiner ursprünglichen Stärke von 0,6 - 0,8 mm eigentlich als Schutzschicht für das darunterliegende Laminat gedacht ist. Der Anschliff schwächt diese Schutzschicht nicht unerheblich. Wenn jetzt nur ein dünnschichtiger Primer und Antifouling aufgetragen wird ist dies der Ansatz für kommende Probleme. Hier sollte also die erste Überlegung zur Wert- / Substanzerhaltung stattfinden.

 

Mögliche sichtbare Probleme nach dem Auswassern:

Der Bewuchs löst sich mit einem Kaltwasserstrahler nicht vollständig ab
Starker Kalkansatz nach dem Reinigen
Starker Kalkansatz nach dem Reinigen
Starker Kalkansatz nach dem Reinigen
Starker Kalkansatz nach dem Reinigen
 

Starker Kalkansatz nach dem Reinigen sichtbar. Das Antifoulings ist unwirksam.

Abhilfe: Weitgehend abschleifen, Primer auftragen vor neuem Antifoulingauftrag.
Besser: Osmoseschutz zusätzlich auftragen

Antifouling löst sich während des Reinigungsvorgangs
Nichthaftende Antifouling-Schichten
Nichthaftende Antifouling-Schichten
   

Die im laufe der Jahre aufgetragenen Antifouling-Schichten haften nicht mehr.

Alle Schichten müssen bis zum Untergrund abgetragen werden. Ein Neuaufbau ist dahern notwendig.

Antifouling ist porig und rissig
Nichthaftende Antifouling-Schichten
Nichthaftende Antifouling-Schichten
Nichthaftende Antifouling-Schichten
Nichthaftende Antifouling-Schichten
 

Während des Reinigungsvorgangs lösen sich Bruchstücke aus dem Gelcoat.
Es hat sich eine Luftblase im Gelcoat geöffnet, aber diese Blase ist noch trocken.

Hier wird sich später Osmose bilden, wenn jetzt nicht ein wirksamer Osmose-Schutz aufgetragen wird.

Der Primer ist teilweise sichtbar
Primer teilweise sichtbar
Primer teilweise sichtbar
   

Das Bild zeigt den Wasserpass (blau). Der weiße Streifen ist unbeschichtetes Gelcoat.
Darunter sehen Sie die Reste von Primer und Antifouling.

Hier ist ein kompletter Neuaufbau unbedingt nötig.

Blasenbildung sichtbar
Wässrige Blasenbildung
Wässrige Blasenbildung
Wässrige Blasenbildung
Wässrige Blasenbildung
Wässrige Blasenbildung
Wässrige Blasenbildung
Wässrige Blasenbildung
Wässrige Blasenbildung
Wässrige Blasenbildung
Wässrige Blasenbildung
 

Vor dem Reinigen des Unterwasserschiffs zeigten sich bereits wässrige Blasen. Während des Abstrahlens sind diese Blasen aufgeplatzt und das Gelcoat wird sichtbar. Dies ist sicher keine osmotische Erscheinung, sondern die aufliegende Primer/Antifouling-Schicht hat sich mangels Haftung vom Gelcoat getrennt und wurde durch Feuchtigkeit unterwandert. Die starke Porigkeit des Gelcoats weist auf eine erste Schädigungen durch das Einwirken von Feuchtigkeit hin.

Korrosionsbildung am Kiel
Blasenbildung
Blasenbildung
Rissbildung
Rissbildung
Ausblutungen
Ausblutungen

Die Beschichtung auf dem Stahlguss-Kiel wurde von Feuchtigkeit durchdrungen. Die Korrosionsbildung auf dem blanken Stahl ist durch Blasen und Risse bereits sichtbar. Ausblutungen weisen auf Wassertaschen zwischen Beschichtung und Stahl hin.

Freiliegender Stahl durch Korrosion
Freiliegender Stahl durch Korrosion
   

Der Stahl liegt mehr oder weniger frei. Abschleifen der Korrosion wäre nutzlos, da keine porentiefe Beseitigung der Korrosion hierdurch möglich ist.

Hier hilf nur noch Strahlen und Neuaufbau eines dickschichtigen Korrosionsschutzes.

Die Lösung

Bevor das Schiff im Winterlager verstaut wird, ist zu prüfen, ob Reparaturmaßnahmen erforderlich sind. Der Nachstrich des Antifoulings wäre sicher ratsam, allerdings könnte er auch lediglich „Kosmetik“ darstellen, da Antifouling nur als Bewuchsschutz zu sehen ist und keine weitere Schutzeigenschaft hat. Bei gesunder Basis ist z.B. ein Osmoseschutz sehr sinnvoll, da hiermit Osmose wirksam vermieden werden kann. Sind bereits Blasen zu erkennen, muss dies nicht unmittelbar Osmose bedeuten. Ist z.B. der Anstrich von Feuchtigkeit unterwandert, bilden sich sehr osmoseähnliche Blasen, die aber keine Osmose sind.

 

Die Komplexität der allein im sichtbaren Bereich des Unterwasserschiffs liegenden Problemfelder lassen sich leider in kurzen Worten nicht ausführlich darstellen. Sind Sie über den vorgefundenen Zustand im Unklaren, raten wir unbedingt zu einer kompetenten Beratung sodass für eventuell notwendige Reparaturen die Auswasserungszeit genutzt werden kann.

 

Die Begutachtung Ihres Unterwasserschiffs führen wir für Sie gerne in Ihrer Anwesenheit aus. Eine ausführliche und kompetente Beratung ist für uns selbstverständlich.

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